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Regös


Traditionelle ungarische Tanzkultur München

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Regös


Traditionelle ungarische Tanzkultur München

 Unsere Tätigkeit


Das Ensemble bringt die Vielfalt alter ungarischer Kultur in gesammelten Tänzen aus ganz Ungarn und Siebenbürgen auf die Bühne. Kraftvoll und leidenschaftlich wird ein Eindruck vom wahrhaften Kern ungarischer Tradition vermittelt.

Eine Vielfalt an Originaltrachten, virtuose Männertänze, rasanter Tschardasch, trommelnde Stiefel, schwingende Mädchenreigen, auf dem Kopf balancierte Rotwein-Karaffen, Bauern-Musik, archaischer Gesang, Geschicklichkeit sowie Individualität sorgen für ausgelassene Stimmung.

 

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Geschichte


Geschichte


Unsere Geschichte kurz zusammengefasst


1980 gegründet von László Köhler in München

1980 – 1984 organisatorische Leitung László Köhler, damals auch Leiter der Münchner Pfadfinder; künstlerische Leitung György Müller, Leiter der Volkstanzgruppe des Ungarischen Gymnasiums in Kastl

1984 – 1986 künstlerische Leitung Gitta Pintér, professionelle Tänzerin aus Ungarn; organisatorische Leitung Tamás Kecskési, Gründer des Münchner Tanzhauses

1986 – 1988 künstlerische und organisatorische Leitung Márta Winkler und József Winkler

1988 – 2004 künstlerische und organisatorische Leitung Csilla Durku und István Durku, professioneller Tänzer aus Ungarn, Tanzleiter des Münchner Tanzhauses, Gründer des zeitgenössischen Folkwood-Ensembles 

2004 künstlerische und organisatorische Leitung Csilla Durku und Viktor Bilicki, Tanzleiter des Münchner Tanzhauses

2005 - 2022 künstlerische Leitung Viktor und Timea Bilicki, Leiter der ungarischen Tanzhauses München
Organisatorische Leitung Evike Török. 

2022 - 2024 künstlerische Leitung Márton und Melanie Kibili, Leiter der ungarischen Tanzhauses München
Organisatorische Leitung Evike Török. 

Seit 2024 künstlerische Leitung Viktor Bilicki, Leiter der ungarischen Tanzhauses München. Das Ensemble Zählt inzwischen an die 85 Aktive Mitglieder.

 

Unsere Geschichte


Die Regös Volkstanzgruppe München (Regös E. V. – Traditionelle Ungarische Tanzkultur München) ist eine der bedeutendsten und aktivsten ungarischen Kulturgruppen in Westeuropa. Seit mehr als vier Jahrzehnten pflegt und vermittelt sie die Werte des ungarischen Volkstanzes und der Volksmusik. Ihre Geschichte ist eng mit dem identitätsbewahrenden Engagement der im Ausland lebenden Ungarn, mit der gemeinschaftsbildenden Kraft der Kultur sowie mit dem Geist der Táncház-Bewegung verbunden.

Die Anfänge: Pfadfinderwurzeln und Gemeinschaftsbildung

Die Geschichte von Regös begann im Februar 1980, als György Kölley (Gyurkabá) und László Kölley innerhalb der ungarischen Pfadfinderbewegung in München eine Volkstanzgruppe ins Leben riefen. Ziel war es, jungen Menschen einen gemeinschaftlichen Raum zu bieten, in dem sie ungarische Tänze erlernen und dadurch mit ihren kulturellen Wurzeln in Verbindung bleiben konnten. Diese Initiative knüpfte an frühere „Regös“-Aktivitäten und Volkskundelager an, in denen Elemente der Volkskultur – Schnitzen, Volksmusik, Filzen, Töpfern – weitergegeben wurden.

Einen entscheidenden professionellen Impuls erhielt die Gruppe durch György Müller, Lehrer am Ungarischen Gymnasium Burg Kastl, der offiziell den Tanzunterricht übernahm. Von diesem Zeitpunkt an stand die Gruppe nicht mehr ausschließlich Pfadfindern offen, sondern allen Interessierten. Damit begann eine neue Phase: Die Gemeinschaft wuchs, und die tänzerische Arbeit gewann zunehmend an Professionalität.

Bühnenpräsenz und künstlerische Entwicklung

Ende der 1980er-Jahre entstand der Wunsch nach einem eigenständigen abendfüllenden Programm. Die Jubiläumsaufführung 1989 im Theater in der Leopoldstraße markierte einen Wendepunkt. Das Ensemble verfügte bereits über ein vielfältiges Repertoire: Tänze aus Domaháza, Gyimes, Kalotaszeg, Szatmár, aus der südlichen Tiefebene und aus Transdanubien gehörten ebenso dazu wie Männer- und Paartänze verschiedener Regionen.

Das hohe künstlerische Niveau, die Orientierung an authentischen Quellen sowie die Begleitung durch Live-Musik – insbesondere in Zusammenarbeit mit der Pendely-Band – begründeten den ausgezeichneten Ruf der Gruppe. In den folgenden Jahren trat Regös an renommierten Veranstaltungsorten wie dem Gasteig München, dem Bayerischer Hof und dem Prinzregententheater auf. Der Name Regös wurde zunehmend mit qualitativ hochwertigem ungarischem Volkstanz in Westeuropa gleichgesetzt.

Ungarische Bälle in München und die Rolle der Diaspora

Regös ist regelmäßiger Mitwirkender bei ungarischen Bällen in München und anderen deutschen Städten. Diese Veranstaltungen gehen auf die Emigrationswelle von 1956 zurück und sind bis heute wichtige Treffpunkte der Diaspora. Der Münchner Ungarische Ball im Festsaal des Bayerischer Hof bot der Gruppe über Jahrzehnte hinweg eine repräsentative Bühne. Die Auftritte von Regös waren stets ein Höhepunkt des Abends und trugen zur Pflege der bayerisch-ungarischen Kulturbeziehungen bei.

Die Seele der Gemeinschaft: Persönliche Geschichten und Generationen

Regös ist weit mehr als ein Tanzensemble – es ist für viele eine Familie. In zahlreichen Erinnerungen ehemaliger Mitglieder tauchen immer wieder Begriffe wie Zusammengehörigkeit, Freundschaft, Liebe und gegenseitige Unterstützung auf. Viele betrachten ihre Zeit bei Regös als prägendsten Abschnitt ihres Lebens. Proben, Auftritte, Reisen und Feste förderten nicht nur die künstlerische, sondern auch die persönliche Entwicklung.

Eine besonders eindrucksvolle Geschichte erzählt von einem jungen ungarischen Gastarbeiter, der in Deutschland durch Regös erstmals tiefgehend mit seiner kulturellen Herkunft in Berührung kam. Der Volkstanz wurde für ihn zu einer identitätsstiftenden Kraft, die schließlich sogar zur Rückkehr in die Heimat führte. Dieses Beispiel verdeutlicht die nationserhaltende Rolle der Gruppe: Tanz ist hier nicht nur Kunstform, sondern identitätsbewahrende und gemeinschaftsbildende Kraft.

Die Ära Durku und Bilicki

Einen bedeutenden Beitrag zur professionellen und gemeinschaftlichen Blüte leisteten István und Csilla Durku. Unter ihrer Leitung entwickelte sich Regös zu einem fachlich anerkannten und zugleich eng verbundenen Ensemble. Sie legten großen Wert auf die Einladung externer Gastdozenten und auf die Einbindung deutscher Interessierter.

Ab den 2000er-Jahren übernahmen Viktor Bilicki und seine Frau Tímea schrittweise die Leitung. Als junge Pädagogen führten sie einen Generationswechsel durch und bewahrten zugleich die künstlerische Qualität und den Gemeinschaftsgeist. Dank ihrer erfolgreichen Arbeit genießt Regös auch innerhalb der internationalen Táncház-Bewegung hohes Ansehen.

Táncház und Traditionspflege heute

Die Tätigkeit von Regös beschränkt sich nicht auf Bühnenauftritte. Bereits 1982 entstand das Münchner Táncház, das bis heute monatlich – inzwischen mit Live-Musik – stattfindet. Diese Veranstaltungen bieten sowohl Ungarn als auch Deutschen die Möglichkeit, die ungarische Volkskultur unmittelbar zu erleben.

Darüber hinaus organisiert die Gemeinschaft seit 2016 regelmäßig Familien- und Kinderprogramme wie Faschingsnachmittage, Adventswerkstätten und Kindertage. Dabei können Kinder und Eltern traditionelle Handwerkskünste ausprobieren, Volkstänze erlernen und an interaktiven Programmen teilnehmen. So wird die Traditionspflege an die nächste Generation weitergegeben.

Zusammenfassung

Seit über 45 Jahren ist die Regös Volkstanzgruppe ein lebendiger Beweis dafür, dass Tradition kein museales Relikt ist, sondern eine erfahrbare und gemeinschaftsbildende Kraft. Für die ungarische Gemeinschaft in München ist sie eine identitätsstiftende Stütze, für die deutsche Umgebung eine kulturelle Brücke.

Die Geschichte von Regös ist das Ergebnis des Engagements, der Leidenschaft und der Hingabe mehrerer Generationen. Das Ensemble ist zugleich künstlerische Werkstatt, Freundeskreis und „große ungarische Familie“ im Herzen Deutschlands – ein kultureller Vorposten, der seit Jahrzehnten die Werte der ungarischen Volkskultur in die Welt trägt.